Jetzt blüht sie wieder in voller Pracht - die für Rüdenhausen typische Weinbergstulpe (Tulipa sylvestris)

Manche Orte reklamieren sie alleine für sich - und natürlich ihren Fremdenverkehr. Bei uns blüht sie einfach und völlig ungestört: Die Weinbergstulpe. Auch der Name täuscht. Sie blüht keineswegs ausschließlich in Weinbergen. Rüdenhausen ist ein deutliches Beispiel hierfür.
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Insbesondere im Schlosspark und dessen angrenzenden nicht bewirtschafteten Flächen (Schleifweg, Parkstraße) kann man Mitte bis Ende April das leuchtende Gelb dieser „exotischen“ Blume zumeist in großflächigen Vorkommen schon von Weitem erkennen.

Die Legende, die Grafen zu Castell hätten sie von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht, ist natürlich sehr schön zum weitererzählen - aber falsch! Ursprünglich stammt diese Wildtulpenart aus den an das Mittelmeer angrenzenden Ländern und wurde erst Mitte des 16. Jahrhunderts von dort in die Gärten des Adels und der Klöster verbracht in deren Umfeld sie sich dann auch verbreitet haben.

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Unser Anliegen verbunden mit einer dringenden Bitte an unsere Bürger ist, die Bestände dieser schönen Pflanzen zu erhalten und zu fördern. Voraussetzung hierfür ist die Gewährleistung einer ungestörten Entwicklung während der Zeit des Wachsens und Fruchtens. Wird die Weinbergstulpe vom Frühjahr bis zum Einziehen der Reserven aus den absterbenden Blättern im Juli nicht gestört, bilden sich gut entwickelte Zwiebeln für die nächste Generation sowie Fruchtstände mit zahlreichen Samen aus. Solange die Pflanze sichtbar und grün ist, soll eine Bodenbearbeitung und auch Unkrautbekämpfung an diesen Standorten unterbleiben.

Achtung: Die Weinbergstulpe gehört zu den geschützten Pflanzen und nach der Roten Liste Bayerns zu den gefährdeten Pflanzenarten (Gefährdungsstufe 3) für die Schutzmaßnahmen notwendig sind. Unter anderem ist das Ausgraben und Pflücken dieser Pflanze mit einem hohen Bußgeld belegt!

Freuen Sie sich bei Ihren Spaziergängen an der Farbenpracht dieser seltenen Pflanzen und achten Sie darauf, dass sich niemand an diesem Biotop, in welcher Form auch immer, vergreift und damit eine weitere Besonderheit unserer Heimatgemeinde gefährdet wenn nicht sogar zerstört!

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Erstellt am 14.03.2012 13:17, geändert am 12.04.2017 08:57