Oktober - Zeit des Dankens

Zum Erntedankfest nachfolgendes Gedicht in der Mundart unserer Region. Selbst einheimische Rüdenhäuser werden sich beim bloßen Durchlesen unter Umständen mit dem Verstehen schwer tun. Ein kleiner Tipp: Lesen sie es laut vor!

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Oktober

Sanft goldigrüa und sametlind
warn numal alla Wiesagründ
mit lauter Schlutablüat´n voll –
getüpf´lt lila überoll.
Wos laut gelarmt hat, it verhallt.
In si versunna stäht der Wald.
Die Sunn geht mild in schräg´n Gang
und alla Schatt´n wachs´n lang.
Auf Abed weist von Jahr die Uhr,
ihrn Feierabend helt die Flur.
Gemachli stat worn it die Hast,
Ruah hat die Plag, die Müah helt Rast
und überstanna sen die Sorng,
die Frucht it eig´fohr´n und geborng.
Der Himm´l hat sein Säg´n gam
zun Sama, wu mir ausg´sät ham.
Sunn hat´r g´schickt, es hat geraangt.
En Harrgott sei defür gedankt.

 Nikolaus Fey (1881 – 1956)

Erntedankfest 2017

 

 



Erstellt am 29.09.2014 11:01, geändert am 30.09.2017 17:18