Rauchmelder-Pflicht: Was Sie wissen müssen

Den Rauchmelder müssen Sie bis Ende 2017 zuhause haben. Aber was sollten Sie noch anbringen, damit aus einer Flamme kein Wohnungsbrand wird. Feuerlöscher, Kohlenmonoxidmelder oder Löschdecke?

Feuerlöscher

"Feuerlöscher sind baurechtlich für Wohnungen und Häuser nicht vorgeschrieben, können aber sinnvoll sein", sagt Dirk Siepert, Brandoberinspektor und Sachbearbeiter im vorbeugenden Brandschutz der Münchner Feuerwehr. Große Feuerlöscher nehmen viel Platz weg, wer sie nur im Keller aufbewahren kann, dem ist im Notfall nicht geholfen. Deshalb: Feuerlöscher immer griffbereit lagern. Siepert empfiehlt für zuhause Schaum- oder Wasserlöscher - mit einem Pulverlöscher ist der Schaden im Ernstfall oft noch größer, da sich das Pulver überall in der Wohnung festsetzt.

Wer einen Feuerlöscher anschafft, sollte:

die Gebrauchsanweisung genau lesen, damit im Ernstfall klar ist, wie der Feuerlöscher bedient wird.
alle zwei Jahre die Haltbarkeit überprüfen beziehungsweise das Gerät austauschen.

Löschdosen/-sprays

Löschdosen sind die kleinere Variante des Feuerlöschers und oft nur etwas größer als eine Haarspraydose - und haben dementsprechend weniger Inhalt. "Löschdosen können ausreichend sein, um einen Entstehungsbrand zu löschen", sagt Siepert. Also wenn zum Beispiel eine Kerze umfällt und Sie es rechtzeitig bemerken.

Löschdecke

"Sie sind eigentlich dafür gedacht, brennende Personen zu löschen", sagt Dirk Siepert. Zwar bewahren manche Menschen Löschdecken in der Küche auf, um im Notfall brennende Töpfe oder Pfannen abzudecken - eine gute Idee ist das allerdings nicht: "Gerade weil sie so groß sind, besteht die Gefahr, dass man die brennende Pfanne umschmeißt und der Brand größer wird", sagt Siepert. Besser: Deckel drauf!

Rauchwarnmelder

In Neubauten sind Rauchmelder bereits Pflicht, in alten Häusern müssen sie bis zum 31.12.2017 in Schlafzimmern und angrenzenden Fluren nachgerüstet werden. So lange sollten Sie aber nicht warten: Denn wer schläft, bemerkt einen Brand meistens nicht - ein Rauchwarnmelder weckt im Notfall durch einen lauten Signalton: "Das ist die eigene Lebensversicherung", sagt Dirk Siepert von der Münchner Feuerwehr.

Kohlenmonoxidmelder

Sie funktionieren ähnlich wie Rauchwarnmelder, nur dass Kohlenmonoxidmelder anschlagen, wenn die Konzentration des geschmack- und geruchlosen Gases Kohlenmonoxid zu hoch wird. Vorgeschrieben sind sie nicht und nur in Wohnungen mit offenem Feuer sinnvoll. "Wer einen offenen Kamin hat, kann das mit andenken", rät Dirk Siepert.

Wenn's brennt:

  • Fett oder Öl, das Feuer gefangen hat, nie mit Wasser übergießen, sondern mit einem Deckel verschließen - und zugedeckt lassen. Das entzieht dem Feuer Sauerstoff.
  • "Löschversuche gehen nur bis zu einem gewissen Grad", sagt Dirk Siepert. Wenn der Brand nicht ausgeht: Türe zum Zimmer schließen und Wohnung verlassen und auch die Wohnungstür zuziehen und natürlich die Feuerwehr verständigen. Siepert: "Je früher man uns informiert, desto schneller sind wir da."
  • Wer daran denkt, den Schlüssel mitzunehmen, verschafft der Feuerwehr schnelleren Zugang zur Wohnung - das gilt aber NUR wenn es gefahrlos möglich ist. Grundsätzlich gilt: Immer erst die Menschen in Sicherheit bringen.
  • Gerade bei Hinterhäuser oder komplizierten Anfahrten, hilft es den Einsatzkräften, wenn eine Person wartet und sie einweist.


Erstellt am 08.10.2017 14:07, geändert am 08.10.2017 14:10