"Juni"

Eine, in unserer Mundart dargestellte Beschreibung unserer sommerlichen Zeit von Nikolaus Fey. Nikolaus Fey wurde am 2. März 1881 in Wiesentheid geboren und verstarb am 19. Juli 1956 in Gerolzhofen.

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Juni

Die Ährli blüah´n, es Kornfald staabt.
Der Ächawald it dick belaabt.
Warn vor der Esch´n Äch´n grüa,
bed´t si der Summer in der Brüah,
treibt ober örscht die Esch´n raus,
na säuft die Hitz die Brunna aus.
Die Pfiffer treim aus Laab und Stouck.
Der Jager schäaßt en örscht´n Bouck.
Korz it die Nacht, der Tog it lang.
Die Sunna stäht in höacht´n Gang,
zun Eiwarts ober scha gewend´t,
wenn es Johannisfeuer brönnt
auf hoacha Holz- und Reisistöaß.
In Meetal schmeckt die Nacht sou söaß,
sou wohl läigt sie si üm´s Gemüat
wie G´streich´ltwarn mit alla Güat:
des mecht´s, weil hetz die Träub´l blüahn,
und die Johanniswürmli glüahn
dorch´s Wengertlaab und strahln wie farn
die ganz kleewinzi kleena Starn.
Häß it der Tog scha in der Früah.
Zwiefach wörd dorch die Hitz die Müah.
Und zu viel Sunn hat aa sei Noat,
doch ähr erscheint sa en Läb Broat
in Juni, wenn sa runterbrönnt,
wie Raang en Brotläb raag´n könnt.
Viel stiller sen die Vöig´l hetz,
zun Düd´ln kann si kees mähr setz,
sie flieng und schäaß´n nou und har;
die junge Bruat muaß g´föttert war.
Und jedes Paarla hat sei Bruat.
Es Gros dörrt in der Sunnagluat.
Es Hä muaß in die Scheuer nei.
Die letzte Fuhr fährt Johanni ei.

Nikolaus Fey

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Erstellt am 01.06.2018 10:51, geändert am 01.06.2018 16:42