Das ändert sich 2021 - Mehr Kindergeld, mehr Rente, kein Soli mehr

Der Soli fällt für die meisten am 1. Januar 2021 weg, das Kindergeld wird erhöht und für manche die Rente. Benzin und Heizöl könnten teurer werden. Was sich 2021 sonst noch für Verbraucher und Steuerzahler ändert.

Wann fällt der Soli weg

Zum 1. Januar 2021 fällt für fast alle Steuerzahler die Zahlung des Solidaritätszuschlags weg. 90 Prozent der Steuerzahler müssen ihn nicht mehr bezahlen, 6,5 Prozent zahlen weniger. Wer wenig verdient, zahlt bereits heute wegen der bestehenden Freigrenzen wenig bis keinen Solidaritätszuschlag, wird daher den Wegfall des Solis auch nicht so stark spüren. "Von der weitgehenden Abschaffung des Soli profitieren besonders Steuerzahlende bis zu einer mittleren Einkommenshöhe", schreibt das Bundesfinanzministerium. Wie hoch Ihre Steuerentlastung voraussichtlich ausfällt, errechnet der Soli-Rechner des Ministeriums.

Wer muss Soli zahlen - auch 2021

Lediglich die hohen Einkommensgruppen zahlen den Soli weiterhin:

"Auf sehr hohe Einkommen (...) ist der bisherige Solidaritätszuschlag unverändert zu entrichten. Das ist der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen über 96.820 Euro (Alleinstehende) bzw. 193.641 Euro (Verheiratete) liegt."
(Bundesfinanzministerium)

Der Soli, für den 5,5 Prozent zusätzlich zur Lohn- und Einkommenssteuer gezahlt werden müssen, war 1991 eingeführt worden. Er sollte helfen, die Kosten der Wiedervereinigung aufzufangen.

Wie viel Kindergeld gibt es ab Januar 2021

15 Euro mehr Kindergeld pro Kind gibt es ab Januar 2021. Für das erste und zweite Kind sind das gesamt dann jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und für jedes weitere Kind je 250 Euro.

Wie hoch ist der Kinderzuschlag ab 2021

Auch der Kinderzuschlag für Eltern mit geringem Einkommen steigt - von 185 Euro auf bis zu 205 Euro pro Monat je Kind.

Grundrente - Start Januar 2021

Rund 1,3 Millionen Rentner und Rentnerinnen mit kleiner Rente bekommen 2021 einen Aufschlag. Voraussetzung sind mindestens 33 Jahren Rentenbeiträges aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflegetätigkeit. Im Schnitt gibt es einen Zuschlag von 75 Euro. Ziel ist es, die Lebensleistung anzuerkennen.

Die Grundrente wird individuell bestimmt, die Deutsche Rentenversicherung prüft automatisch, wer Anspruch darauf hat und benachrichtigt die Betroffenen. Das allerdings wird wohl erst in der Mitte des Jahres 2021 erfolgen und sich bis 2022 hinziehen: "Die Deutsche Rentenversicherung beginnt voraussichtlich ab Mitte 2021 mit der Versendung der Grundrentenbescheide für Rentnerinnen und Rentner, die erstmals ab diesem Zeitpunkt eine Rente erhalten. Alle anderen bekommen ihre Bescheide nach und nach bis Ende 2022." Das sagte Dirk von der Heide, Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung der Deutschen Presseagentur (dpa).

Einkommenssteuer - Freibeträge steigen 2021

Für alle Steuerzahler steigt 2021 der Grundfreibetrag, auf den man keine Steuern zahlen muss. Und zwar liegt er bei 9.744 Euro statt bisher 9.408 Euro. Die Grenze, ab der der 42-prozentige Spitzensteuersatz fällig wird, steigt leicht auf ein Jahreseinkommen von 57.919 Euro. Alleinerziehende dürfen höhere Unterhaltsleistungen bei den Steuern abziehen.

2021 - das kostet ein Personalausweis mehr

Wer im kommenden Jahr einen neuen Personalausweis benötigt, muss mehr zahlen. Statt wie bisher 28, 80 Euro kostet der "Perso" dann 37 Euro für Bürger und Bürgerinnen ab 24 Jahren. Die ermäßigte Gebühr von 22,80 Euro für alle unter 24 Jahren gilt weiterhin. Grund für die Gebührenerhöhung beim Personalausweis seien die gestiegenen Sach- und Personalkosten in den Behörden.

Personalausweis beantragen - ab 2. August 2021 sind Fingerabdrücke Pflicht

Neu ist auch, wenn Sie einen neuen Personalausweis beantragen müssen: Zwei Fingerabdrücke des Ausweisinhabers werden auf dem Chip des Personalausweises gespeichert. Das gilt ab dem 2. August 2021. Grundlage ist eine Verordnung der EU. Bis dahin ist die Erfassung der Fingerabdrücke freiwillig.

"Die Abdrücke werden bei der Beantragung im Bürgeramt mit Hilfe von Fingerabdruckscannern aufgenommen. In der Regel werden die Fingerabdrücke der beiden Zeigefinger jeweils dreimal hintereinander erfasst."

personalausweisportal.de des Bundesinnenministeriumsexterner Link

Einwegplastik verboten - diese Kunststoffartikel sind betroffen

Um die Plastikmüllflut einzudämmen, werden EU-weit einige Kunststoffeinwegprodukte verboten. Ab 3. Juli 2021 ist es in der EU eine Ordnungswidrigkeit, diese Artikel aus Einwegplastik zu verkaufen: Besteck und Teller, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballon-Halter, Rührstäbchen und alle Styroporbecher und -behälter für Essen zum Mitnehmen.

CO2-Preis: Preise für Benzin, Gas und Heizöl steigen

Um die Klimaziele zu erreichen, hat die Bundesregierung das Klimapaket auf den Weg gebracht. Ab 1. Januar 2021 gilt der sogenannte CO2-Preis für die Bereiche "Verkehr" und "Heizen": Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen Gasversorger, Heizöl- oder Kraftstoffhändler zunächst 25 Euro je Tonne CO2 zahlen. Nach und nach wird der CO2-Preis steigen - auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025. Den Unternehmen steht es frei zu entscheiden, wie sie diese Erhöhungen an die Kunden weitergeben. Die Bundesregierung rechnet damit, so die Informationen der dpa, dass der Literpreis bei Benzin um 7 Cent, bei Diesel und Heizöl um 7,9 Cent steigen wird. Bei Erdgas werden Preissteigerungen von 0,6 Cent pro Kilowattstunde erwartet.

Ihre persönlichen Mehrkosten für Heizung können Sie mit dem Heizkosten-Rechner der Verbraucherzentralen berechnen lassen.

Dafür sollen die Strompreise aber sinken. Und die Förderprogramme zum Beispiel für umweltfreundlichere Heizungsanlagen wie Solar- oder Geothermie wurden aufgestockt.

Mehrwertsteuersenkung endet

In der Corona-Pandemie wurden die Mehrwertsteuersätze gesenkt. Diese Regelung endet am 31. Dezember 2020. Ab dann gelten wieder die alten Sätze - 19 Prozent auf die meisten Produkte, sieben Prozent auf Waren des täglichen Bedarfs.

(Quelle: BR 1 - auszugsweise)



Erstellt am 02.01.2021 13:51, geändert am 02.01.2021 13:57