Diese neuen Bußgelder gelten ab 9. November im Straßenverkehr

Der Bundesrat hat dem neuen Bußgeldkatalog zugestimmt, seit 9. November ist er gültig. Für Raser und Falschparker wird es deutlich teurer. Hier die Details.

Mitte April 2021 haben sich die Verkehrsminister der Länder auf neue Bußgelder geeinigt. Am 9. Oktober hat der Bundesrat dem zugestimmt, ab 9. November erlangte der neue Bußgeldkatalog Gültigkeit.

Das sind die Bußgelder im neuen Bußgeldkatalog

Viele der Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen werden sich verdoppeln, aber nicht alle. Die Fahrverbote für Verstöße von 21 km/h oder 26 km/h über Tempolimit sind aber vom Tisch. Bei den Fahrverboten gilt:

"Nichts verändert werden soll bei den Fahrverboten: Wie schon jetzt droht Pkw-Fahrern bei 31 km/h innerorts und 41 km/h außerorts oder, wenn sie wiederholt 26 km/h zu schnell waren, ein Fahrverbot." (ADAC)

Neue Bußgelder Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts Tabelle

Bußgelder alt und neu (Stand: 16.04.2021)
 

Tempoüberschreitungbisheriges Bußgeld innerortsneues Bußgeld innerorts

bisheriges Bußgeld außerorts

neues
Bußgeld außerorts
bis 10 km/h15301020
11 bis 15 km/h25502040
16-20 km/h35703060
21-25 km/h8011570100
26-30 km/h10018080150
31-40 km/h160260120200
41-50 km/h200400160320
51-60 km/h280560240480
61-70 km/h480700440600
über 70 km/h680800600700

Quelle: Bundesverkehrsministerium

Neue Bußgelder - Rettungsgasse nicht bilden

Wer auf Autobahnen oder Straßen außerhalb von Ortschaften im Falle von stockendem Verkehr keine Rettungsgasse bildet, zahlt 200 Euro und bekommt zwei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg. Es kann demnächst auch für das Nichtbilden der Rettungsgasse ein Fahrverbot verhängt werden: Wer die Rettungskräfte behindert, zahlt 240 Euro und kassiert zwei Punkte und ein Fahrverbot von einem Monat. Bei einer zusätzlichen Gefährdung beläuft sich das Bußgeld auf 280 Euro (plus einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte). Bei einer Sachbeschädigung, wenn es zum Beispiel zu einem Schaden kommt, weil ein Einsatzfahrzeug ausweichen muss, sind es 320 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot.

Rettungsgasse durchfahren - nicht nur neue Bußgelder

Wer die Rettungsgasse selbst nutzt, dem drohen härtere Strafen als bisher:

"Das unerlaubte Nutzen sowie Nichtbilden einer Rettungsgasse wird mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot geahndet." (Bundesverkehrsministerium)

Radfahrer überholen - neue Regelung inner- und außerorts

Ab jetzt ist genau vorgeschrieben, welchen Abstand man einhalten muss, wenn man einen Fahrradfahrer überholt. Innerorts sind das 1,5 m und außerorts sogar 2 m. Lkw dürfen jetzt in Ortschaften nur noch in Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen - damit sollen schwere Unfälle reduziert werden. Und Radfahrer dürfen jetzt, bei genügend Platz, auch nebeneinander fahren, aber auch für sie gibt es höhere Bußgelder. Zum Beispiel, wenn sie Gehwege befahren: Das kann im Extremfall bis zu 100 Euro kosten, so Dominik Einzel aus der BAYERN 1 Verkehrsredaktion.
 

Weitere Regeln der neuen Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)

Regelungen für Lastenfahrräder

Künftig dürfen auch Jugendliche und Erwachsene in Lastenrädern mitfahren - bisher war dies nur für Kinder bis einschließlich sieben Jahre erlaubt. Außerdem soll es extra Parkplätze für Lastenfahrräder und dementsprechend auch passende Straßenschilder geben.

Neue Bußgelder für Auto-Posing

Wer gern mit seinem Auto angibt und dafür den Motor aufheulen lässt, kann künftig auch mit einem Bußgeld bestraft werden:

"Durch die StVO-Novelle kann die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem unnützen Hin- und Herfahren von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben werden." (Bundesverkehrsministerium)

Neue Bußgelder Parken auf Geh- und Radwegen

Das Parken auf Geh- und Radwegen wird teurer und kann auch Punkte in Flensburg geben: Statt wie bisher 10 bis 30 Euro werden jetzt 55 Euro fällig. Wer länger als eine Stunde dort stehenbleibt oder sogar mit seinem parkenden Fahrzeug andere behindert, zahlt 70 bis 80 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg. Wer andere mit seinem Parken gefährdet, zahlt 80 bis 100 Euro und bekommt einen Punkt.

Parken auf Behindertenparkplatz - neues Bußgeld

Wer in Feuerwehrzufahrten sein Auto abstellt oder Rettungsfahrzeuge behindert, zahlt in Zukunft 100 Euro. Wer widerrechtlich auf Behindertenparkplätzen oder Stellplätzen für E-Autos oder fürs Carsharing parkt, muss mit 55 bis 70 Euro Bußgeld rechnen.

Halten in zweiter Reihe wird mit 55 Euro statt bisher 15 Euro bestraft und kann je nachdem, ob man andere behindert oder gefährdet, bis 100 Euro teuer werden und einen Punkt einbringen.

Parkscheibe vergessen

Wer keine Parkscheibe ins Auto legt, obwohl es gefordert ist, zahlt ab sofort mindestens 20 Euro und nicht mehr 10 Euro wie vorher, so Dominik Einzel aus der BAYERN 1 Verkehrsredaktion.

Gedankenloses Abbiegen und Tür-Aufmachen wird teurer

Wer ohne Schulterblick abbiegt und dadurch einen Radler gefährdet, zahlt statt bisher 70 bis zu 140 Euro plus einen Monat Fahrverbot. Wer, ohne zu schauen, einfach die Autotür aufmacht und so einen Fahrradfahrer in Gefahr bringt, zahlt nun statt 20 künftig 40 Euro.



Erstellt am 10.11.2021 13:57, geändert am 17.11.2021 09:47