Von einer Interessenvereinigung zur Solidargemeinschaft - „Dorfschätze“ geben sich neue Arbeitsgrundlage

Die Grundvoraussetzungen für eine strategische Neuausrichtung der Arbeit der „Dorfschätze“ zu schaffen war als Ziel eines Wochenendseminars der „Dorfschätze“ beabsichtigt. Es machte Sinn eine solche Tagung in Klausur im ehemaligen Zisterzienserkloster Klosterlangheim bei Lichtenfels stattfinden zu lassen. Äußere und damit störende Einflüsse waren weitgehend ausgeschlossen und haben einen konzentrierten Seminarablauf ermöglicht.

Klosterlangheim im Februar 2019: Bei der Örtlichkeit handelt es sich um die Schule der Dorf- und Flurentwicklung und stellte an diesem Wochenende eine Art Denkfabrik für die Delegationen der neun Dorfschätzegemeinden aus dem Landkreis Kitzingen dar. Die Abordnungen setzten sich aus den jeweiligen Bürgermeistern, ihren Stellvertretern, Gemeindevertretern sowie der Geschäftsführerin der Arge Dorfschätze, Alexandra Ludwig, zusammen.

Der allgemeine Zweck dieses Seminars war ein Abgleich aller, vor Jahren selbst auferlegter Handlungsfelder mit der heutigen Ist-Situation sowie den sich daraus ergebenden Schwerpunkten zukünftiger Aufgaben für die „Dorfschätze“.

Die zunächst in Gruppenarbeit erfolgte Prioritätensetzung wurde anschließend in, teils kontrovers geführten Diskussionen zu abschließenden Ergebnissen zusammengeführt. Bedingt durch eine fachlich kompetente und damit professionelle Moderation durch Führungspersonal der Ämter für ländliche Entwicklung Ober- und Unterfranken war es gewährleistet, dass immer der zielgerichtete „Rote Faden“ eingehalten werden und am Ende ein Ergebnis vorgelegt werden konnte.

Evaluation 1

Es waren nicht immer die einfachen Lösungen, wie sie beispielsweise, mangels Hintergrundwissen, an manchen Stammtischen angeboten werden. Die unterschiedlichen Interessenlagen der zusammengeschlossenen Ortschaften mit ihren Eigenarten und diversen Problemen und Sorgen, die natürlich zumindest teilweise auch zu unterschiedlichen Vorstellungen der zu erwartenden Ergebnisse führten, galt es für die Moderatoren einzufangen und in entsprechende Bahnen zu leiten.

Evaluation 4

Dass der Tourismus für Großlangheim und Abtswind als bisheriges und auch zukünftiges Handlungsfeld eine größere Bedeutung hat als für Kleinlangheim und Schwarzach, für dessen Vertreter allerdings der Hochwasserschutz derzeit ein ebenso drängendes Thema ist wie die Innenraumentwicklung oder die Leerstandproblematik für Rüdenhausen, Castell und Prichsenstadt, dass das Kernwegenetz für Wiesenbronn eine andere Bedeutung hat wie für Wiesentheid, all das zeugt von der Vielfalt an individuellen Problemen, die möglicherweise gemeinschaftlich angegangen und einer Lösung zugeführt werden können. Natürlich wurden auch dem „Dorfschätzexpress“, dem öffentlichen Personennahverkehr, dem Arbeitskreis „Dialog der Generationen“ und vielen weiteren Themen große Beachtung und Zeit zur Diskussion gewährt.

Evaluation 2

Da das Thema Hochwasserschutz sich als ein für alle beteiligten Gemeinden herausragendes Problemfeld darstellt, wurde durch die Seminarleitung kurzfristig eine entsprechende Darstellung möglicher Hochwasserschutzmaßnahmen am Beispiel Klosterlangheim in den Programmablauf eingefügt. Wie hier, in streng denkmalgeschützter Umgebung, mit diesem Thema umgegangen worden ist, kann man nur als beispielgebend bewundern.

Evaluation 3

Wenn man so will, dann wurde mit diesem Seminar für die ARGE „Dorfschätze“, deren Lenkungsgruppe unter Leitung des Wiesentheider Bürgermeisters Dr. Werner Knaier sowie der Geschäftsstelle, eine Arbeitsgrundlage für die nächsten Jahre geschaffen. Es gilt gemeinsame Projekte aus den besprochenen Handlungsfeldern herauszufinden, zu koordinieren, in den einzelnen Gemeinden und Verwaltungen anzustoßen, ggf. auf staatliche oder auch andere Fördermöglichkeiten zu überprüfen. Damit besteht die Möglichkeit Voraussetzungen zu schaffen den etwa 19000 Einwohnern der Dorfschätzegemeinden eine attraktive Heimat zu bieten.

Die abschließende Aussage der oberfränkischen Seminarleitung: „Unterfranken – Respekt!“, erfüllte dann auch die Seminarteilnehmer ein bisschen mit Stolz. Dieses erste Evaluationsseminar bayernweit hat in aller Kürze ein vorzeigbares Ergebnis gebracht. Als „Pilotseminar“ wird es in Zukunft wegweisend sein für andere interkommunale Zusammenschlüsse, wie es die „Dorfschätze“ einer ist.

 



Erstellt am 23.02.2019 11:51, geändert am 14.03.2019 13:02