St. Peter und Paul - unsere Rüdenhäuser ev. luth. Pfarrkirche in

Unsere Pfarrkirche ist kein Museum! Sie lädt Besucher zum stillen Gebet ein. Hier versammelt sich die Gemeinde zum Gottesdienst. Seit über 1000 Jahren wird an dieser Stelle das Wort Gottes verkündigt und die Heilige Eucharistie gefeiert. Das macht der Gemeinde das Gebäude wichtig und lieb.

Die Kirche wurde in den Jahren 1708 bis 1712 erbaut. Sie steht an der Stelle einer kleineren, 1708 abgebrochenen gotischen Kirche. Aus dieser Zeit wurde das Renaissance-Epitaph an der Nordwand - eine sehr schöne Arbeit aus dem Jahre 1589 (Casteller Alabaster) - die beiden Apostelfiguren des Petrus und Paulus an den Seiten des Altars (Frühbarock, etwa 1650), und drei Epitaphien im Chorraum übernommen.

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Die übrigen alten Grabmale stammen aus der Klosterkirche auf der Volgelsburg bei Volkach, die bis zur Reformation Grablege des Hauses Castell-Rüdenhausen war. Von der Reformation an (in Rüdenhausen 1546 eingeführt) war die hiesige Pfarrkirche bis 1803 Grablege der gräflichen Familie.

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Das schöne Barock-Epitaph für den großen Förderer des Kirchenbaues, Johann-Friedrich Graf und Herr zu Castell-Rüdenhausen, über der Sakristeitür, eine Arbeit des Hohenlohischen Bildhauers Johann Babtista Lauggas aus Meran/Tirol, wurde für diese Kirche gefertigt.

Bemerkenswert ist auch der Taufengel, der im Chorraum der Kirche schwebt und vor dem Taufgottesdienst heruntergelassen wird (s. Taufengel).

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Die Ölbilder der Kirche an Altar und Kanzel sind von einem unbekannten Maler. Es wird vermutet, dass sie von Oswald Onghers, dem bekannten Würzburger Hofmaler stammen könnten. Die Bilder des Altars zeigen die Stiftung des Altarsakramentes, die Kreuzigung und die Auferstehung Christi, die Bilder der Kanzel Christus Salvator Mundi und die vier heiligen Evangelisten. Die Themenwahl und die Platzierung sind typisch lutherisch.

Die Herrschaftsloge an der Südwand des Kirchenschiffes verdient Beachtung und ist Erinnerung an die Zeit, in der Rüdenhausen Residenzort der Grafschaft Castell und die Grafschaft eine lutherische Landeskirche mit eigener Kirchenordnung und eigenem Gesangbuch war.

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Die Pfarrkirche besitzt einen umfangreichen Schatz an gottesdienstlichen Geräten aus Silber und Gold (Leuchter, Kelche, Patenen usw.). Der älteste Kelch stammt aus der Zeit vor der Reformation.

1754 wurde im Kircheninneren leider eine tiefgreifende Veränderung vorgenommen, indem die Orgel - der damaligen Mode entsprechend - über den Altar versetzt wurde. Die Spuren späterer sog. "Renovierungen" (1846 und 1891) wurden dankenswerterweise durch die gut gelungene Restaurierung unter dem kunstsinnigen Pfarrer Adolf Kirsch im Jahre 1914 beseitigt.

Die letzte Renovierung von Turm und Kirche erfolgte zum 300-jährigen Jubiläum der Kirche im Jahre 2012.

Die Orgel aus dem Jahre 1872 ist eine recht gute Arbeit des Orgelbauers Steinmeyer/Oettingen und ist ein von der Denkmalpflege geschütztes Beispiel der Kegelladentechnik, einer Orgelbauweise in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die romantische Klangfarbe ist typisch für diese Orgelbauweise.

Auf unserem Kirchturm befinden sich 5 Glocken:

e´ 1991 Dank- und Kongregationsglocke
g´ 1950 Vaterunser- und Gebetsglocke
a´ 1608 Zeitglocke
c´´ 1950 Taufglocke
d´´ 1991 Totenglocke

Sie ergeben ein harmonisches Geläute mit der Melodie des Te Deum. Die älteste Glocke von 1608 hat alle Kriege überstanden.

Text: Auszug aus Flyer der ev. luth Kirchengemeinde Rüdenhausen

 



Erstellt am 17.11.2016 13:32, geändert am 17.11.2016 13:40