Vogelfütterung im Winter - So füttern Sie richtig

Vögel, die bei uns überwintern, brauchen unsere Hilfe nicht. Trotzdem haben Naturschützer nichts gegen maßvolles Füttern – wenn man einige Regeln beachtet.

Kaum ein anderes Thema wird unter Vogelfreunden so heiß und emotional diskutiert wie die Winterfütterung. Die einen plädieren fürs Füttern, damit kein Vogel den Hungertod erleidet, andere bezeichnen es als falsch verstandene Tierliebe. Die Experten sind sich allerdings darüber einig, dass bei uns überwinternde Vögel nicht auf das Futter vom Menschen angewiesen sind, Füttern aber durchaus erlaubt ist.

Bestimmte Vogelarten werden bevorzugt

Der Winter dient in der Natur als Auslese unter den Vögeln. Schwächere und kranke Vögel sterben, vitale können sich behaupten. Durch die Winterfütterung verringert sich die Sterblichkeit – allerdings nur die von rund 20 Kleinvogelarten, die ohnehin nicht gefährdet sind. So bekommen häufig vorkommende Arten wie Meisen, Rotkehlchen, Drosseln und Finken Konkurrenzvorteile gegenüber selteneren Arten und Zugvögeln. Im Frühling machen sie dann den heimkehrenden Zugvögeln ihren Lebensraum streitig.

Vogelfütterung 028

Füttern in strengen Wintern

Wer frisst was?

Je nach Schnabelform ziehen die Vögel eine bestimmte Nahrung vor. Finken, Spatzen und Ammern mögen am liebsten Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Getreidekörner oder die üblichen Freiland-Futtermischungen. Rotkehlchen, Meisen, Kleiber, Amseln, Zaunkönig und Drosseln bevorzugen tierische Kost oder feine ölhaltige Samenmischungen, wie sie in Meisenknödeln oder -ringen zu finden sind. In einem Fettgemisch aus Talg sind die Körner zudem vor Nässe geschützt.

Vogelfütterung 016

Trotzdem haben Naturschützer nichts gegen ein maßvolles Füttern im Winter, gerade bei länger anhaltendem Frost. Auch wenn keine geschlossene Schneedecke liegt, finden Vögel auf gefrorenen Böden kaum Futter. Experten raten zu Meisenringen, -knödeln oder Futterampeln. Bei ihnen ist die Gefahr der Krankheitsübertragung geringer als bei Vogelhäuschen oder auf dem Boden ausgestreutem Futter. Völlig ungeeignet als Futter für alle Vögel sind dagegen Brot und Speisereste.

Auf Qualität achten

Zudem sollte beim Kauf von Vogelfutter auf die Qualität und Haltbarkeit geachtet werden. So sollte das Futter auf keinen Fall Füllstoffe enthalten oder mit Sand gestreckt sein. Auf keinen Fall sollte die Mindesthaltbarkeit abgelaufen sein. Da ausgelegtes Futter in der Regel sehr trocken ist, benötigen die Vögel viel Wasser. Daher sollte man Schalen mit Trink- und Badewasser auch im Winter zur Verfügung stellen. Dabei muss man sich keine Sorgen um die Tiere machen: Das Gefieder wird durch ein Wasserbad nicht vereisen.

Nahrungsreichtum im ökologischen Garten

Das Vogelfüttern ist gerade für Kinder ein schönes Naturerlebnis. So können sie die Vögel aus nächster Nähe beobachten. Und für einige Menschen in der Stadt sind die Vögel am Futterhäuschen sogar der einzige verbliebene Kontakt zur Natur. Besser als jede Fütterung ist allerdings ein ökologisch orientierter Garten mit Laubholzhecken, kleinen Komposthaufen und knorrigen Obstbäumen. Dort finden Insektenfresser auch im Winter zahlreiche Kleintiere. Außerdem halten Samen in stehenden und ausgereiften Gräsern und Blumen die Körner- und Samenfresser am Leben.

Vogelfütterung 012

Das hat sich bei der Vogelfütterung bewährt:

Grundsätzlich ist eine Fütterung das ganze Jahr über möglich. Sie ist aber vor allem im Winter bei geschlossener Schneedecke und Dauerfrost empfehlenswert.
Besser als Vogelhäuschen und das Ausstreuen von Futter sind Meisenringe, -knödel oder Futterampeln. Sie verringern die Gefahr einer Krankheitsübertragung, da die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können.

Vogelfütterung 024


Sollten Sie dennoch ein herkömmliches Futterhäuschen verwenden, dann reinigen Sie es regelmäßig mit heißem Wasser. Machen Sie das Vogelhaus mit Gummihandschuhen sauber und überlassen Sie diese Arbeit nicht Kindern. Streuen Sie nur wenig Futter und entsorgen Sie das alte.
Das Futter darf auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässen, da es sonst verderben oder vereisen kann.
Verwenden Sie artgerechtes Futter aus dem Fachgeschäft oder direkt vom Landesverband für Vogelschutz. Im Allgemeinen reicht eine einfache Körnermischung aus Sonnenblumenkernen, Hanf und Haferflocken – eventuell mit Rosinen – völlig aus.
Schützen Sie den Futterplatz vor Katzen, Hunden und Mäusen: Er sollte erhöht und nicht nah an einer Hecke angebracht sein.
Wasservögel sollten Sie nicht füttern, denn dies verschmutzt die Gewässer.

Schnepfe 040

An der Futterstelle eine absolute Rarität: Eine Waldschnepfe am Futterplatz in der Rüdenhäuser Parkstraße (Dezember 2012)

(Quelle: BR; Fotos: Manto Castell-R.)

 



Erstellt am 17.01.2017 12:10, geändert am 07.01.2022 10:04