In Rüdenhausen beginnt die Adventszeit am 1. Advent

In Rüdenhausen gedenkt man noch der Verstorbenen der eigenen Gemeinde oder aber der Opfer von Kriegen, da verströmen in nicht wenigen Orten der Umgebung bereits Veranstalter mit Glühwein- und Bratwurstschwaden sogenannte Besinnlichkeit zur noch gar nicht begonnenen Vorweihnachtszeit. Die Motivation für solches Gebaren der Veranstalter ist unschwer auszumachen. Im Vordergrund steht der Kommerz oder aber einfach der Drang zu Superlativen, zum Beispiel wieder mal der erste zu sein.

Pünktlich mit dem Wochenende zum 1. Advent allerdings beginnt in Rüdenhausen die Einstimmung auf das wohl stimmungsvollste christliche Fest des Jahres und das auf eine Art, die gar nicht unbedingt aus einer uralten Rüdenhäuser Tradition hervorkommt, sondern erst seit ein paar Jahren ganz still in Rüdenhausen entstanden ist.

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Am Samstag vor dem 1. Advent wird der gemeindliche Christbaum in der Mitte des Ortes, im Johann-Friedrich-Gärtchen, aufgestellt und geschmückt. Mit Unterstützung der Marktgemeinde haben sich zahlreiche Ehrenamtliche für diese Arbeit zur Verfügung gestellt. Und mit dem Schmücken des Baumes ist es nicht getan. Selbstgemachtes Gebäck, Glühwein und Glühbier (auch alkoholfrei) werden angeboten - und das Ganze kostenfrei! Natürlich ist eine Geldspende gern gesehen, aber auch diese wird für die Erhaltung und Ergänzung des Christbaumschmuckes verwendet. Von Kommerz also keine Spur! Selbst der Christbaum ist eine Spende. Für ihre Großzügigkeit bedankt sich die Marktgemeinde Rüdenhausen in diesem Jahr bei Gerlinde und Werner Hilpert, aus deren Garten dieser, auch heuer wieder sehr schöne Baum stammt.

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Nach diesem Tag der Vorbereitung folgt der 1. Advent. Die Rüdenhäuser und zahlreiche Besucher aus nah und fern lassen sich mit einem Konzert in der evangelischen Pfarrkirche St. Peter und Paul auf die kommende Adventszeit einstellen. Der Chor der Kantorei Gnadenkirche aus Wiesentheid mit den begleitenden Instrumentalensembles haben den Besuchern für eine Stunde den wahren Advent gezeigt. Zur Besinnung kommen, nachdenken, sich vorbereiten auf einen am Schluss dieser Zeit stehenden Feiertag, der von so vielen als Synonym für Stress und Hektik angesehen wird. Mit musikalischer Begleitung konnte hier, wer wollte, den anderen, den eigentlichen Advent erleben. Auswahl der Lieder, begleitende Lesungen, professionelle musikalische Darbietung waren dazu bestimmt und auch geeignet den Zuhörer in einen gewissen Bann zu ziehen. Nach Verlassen der Kirche im Anschluss an das Konzert konnte man sich für die kommende Vorweihnachtszeit vorbereitet fühlen. Der Freude auf die Weihnachtsfeiertage wird nun oberste Priorität eingeräumt und der selbstgemachte Stress und die Hektik anderer nur mitleidig zur Kenntnis genommen.

Dieser Beginn der Adventszeit in Rüdenhausen hat deutlich gezeigt, dass der dargestellte Trubel entbehrlich ist. Salzburger Adventssingen, Dresdner Striezlmarkt oder Christkindl- und Weihnachtsmärkte landauf, landab können nicht bieten was Rüdenhausen auch in diesem Jahr wieder geboten hat: Einen würdigen Anfang einer Zeit der Erwartung und der Hoffnung - Advent.

Fotos (2): Stefan Spangler



Erstellt am 03.12.2018 10:10, geändert am 04.12.2018 10:06